Interessantes und Neues aus dem Fachgebiet

 

Oberlandesgericht weist Klage ab
Hörsturz nach Konzert: Kein Schadensersatz

Karlsruhe (dpa). Ohne Erfolg blieb die Schadensersatzklage einer jungen Frau, die nach einem Rockkonzert einen Hörschaden erlitten hatte.

In einem gestern verkündeten Urteil sah es das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe nicht als erwiesen an, dass die Beeinträchtigung des Hörvermögens auf zu laute Musik zurückzuführen sei. Die damals 17-jährige litt nach einem Rocckkonzert unter einer vorübergehenden Schwerhörigkeit und unter bleibenden Ohrgeräuschen (Tinitus). Sie verlangte vom Veranstalter 7000 Mark Schmer-zensgeld. Das Gericht sah es indes nicht als erwiesen an, dass der zulässige Grenzwert von 99 Dezibel überschritten worden sei. Ein als Zeuge vernommener Tontechniker habe die Dauerbe-lastung durch das Konzert mit 90 Dezibel angegeben.
Das OLG hat die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen Das höchste deutsche Zivilgericht soll über die bisher ungeklärte Frage entscheiden, ob die fehlende Dokumentation der Geräusch-messung bei einem Rockkonzert zu einer "Beweislastumkehr" führen kann. Dann müsste der Veranstalter beweisen, dass der Grenzwert eingehalten wurde.

(Aktenzeichen: 19 U 93/99)

(Aachener Nachrichten, 31.03.2000)

 

Mehr Interessantes und Neues aus dem Fachgebiet der HNO gibt es demnächst auf http://www.hno-aachen-onlinde.de.